Category "Bildung"

»Zelt mit Feuer im Herzen« – unter dieses Motto haben die Roggauer Pfadfinder vom Stamm »Graue Drachen« die Einweihung ihres neuen Gruppenzeltes gestellt.

WZ vom 02. Oktober 2017

Von Jürgen W. Niehoff

 


Das neue ersetzt das mehr als 30 Jahre alte Zelt, das nicht mehr zu reparieren war. (jwn)

»Mit unserem weit über 30 Jahre alten Gruppenzelt war nicht nur kein Staat mehr zu machen, nein, es war einfach auch nicht mehr zu reparieren«, erklärte der Stammesführer der Pfadfindergruppe »Graue Drachen«, Thomas Rustler, die Notwendigkeit der Anschaffung.

Das neue Zelt misst acht Meter im Durchmesser und ist drei Meter hoch. »Und es erfüllt vor allem all unsere Voraussetzungen, weil wir es als Treffpunkt, als Aufenthaltszelt und als Schlafzelt nutzen können«, pflichtete ihm sein Stellvertreter Johannes Overbeck bei. Rund 50 Mitglieder zählt der Stamm der »Grauen Drachen«, die meisten sind im Alter zwischen sechs und 16 Jahren. Je nach Altersgruppen wird bei den wöchentlichen Treffen entweder gebastelt oder gemalt.

Bei den Älteren stehen dagegen schon praktischere Dinge wie Feuermachen mit Feuerstein, das Zurechtfinden im Wald ohne technische Hilfsmittel oder Batikarbeiten auf T-Shirts im Mittelpunkt. Ganz wichtig sind dann auch die gemeinsamen Ausflüge über mehrere Tage. So hat sich beispielsweise im vergangenen Jahr eine Gruppe der »Grauen Drachen« zu einem neuntägigen Fußmarsch über die Alpen aufgemacht. »Dabei lernen die Jüngeren von den Älteren wie wichtig es ist, wenn man sich aufeinander verlassen kann«, stimmte auch Patrick Müller-Hilger ein, selbst inzwischen ein richtiger Oldie unter den Pfadfindern.

»Wir haben um das neue Zelt wirklich gekämpft, haben jeden Cent umgedreht und sind von Haus zu Haus gegangen, um für das Zelt zu sammeln«, erklärte Müller-Hilger. Denn Voraussetzung war ein Eigenanteil an den Kosten des 2700 Euro teuren Zeltes. Als sie 700 Euro zusammen hatten, wandten sich die Pfadfinder zunächst an das Rathaus.

»Es dient einer guten Sache und weil die Pfadfinder auch Eigeninitiative gezeigt haben, trägt auch die Stadt ihren Anteil zu Kauf bei«, sagte Bürgermeister Guido Rahn (CDU), der zur Einweihung des Großzeltes am Samstagnachmittag ebenfalls auf dem Gelände der Pfadfinder in Burg-Gräfenrode erschien.

Da die Spende der Stadt plus dem Eigenanteil der Pfadfinder aber nicht für den Kauf ausreichte, fragten die »Grauen Drachen« bei der Bürgerstiftung Karben an. Und die brauchte nicht lang für ihre Zustimmung »Die Roggauer Pfadfinder stehen mit Schulklassen und Kindergärten in Kontakt, helfen oftmals mit Material aus und stellen gelegentlich auch ihre Gelände zur Verfügung«, zählte Ernst Decker, der Vorsitzende der Bürgerstiftung Karben, die Gründe für die Zusage auf.

»Wir sind froh, dass wir jetzt weiter unserer Jugendarbeit weiter nachgehen können und sind deshalb der Stadt und der Bürgerstiftung sehr dankbar«, sagte Rustler.

Vor etwa einem halben Jahr initiierte die Karbener Bürgerstiftung das Projekt „Mentor“, bei dem es um die Steigerung der Lesekompetenz von Grundschulkindern geht. Maßgeblich beteiligt am Zustandekommen dieser Initiative in Karben sind der Medienwissenschaftler      Dr. Jörg Astheimer und Ernst Decker vom Vorstand der der Karbener Bürgerstiftung, die den Kontakt zur Landesvertretung des Bundesverbandes Mentor einerseits und zu den Karbener Grundschulen andererseits herstellten. Eine Herausforderung für die Bürgerstiftung besteht darin, genügend freiwillige Helfer (Mentoren) zu finden, die mit den teilnehmenden Kindern das Lesen üben. Bereits über 10 Mentoren haben ihre ehrenamtliche Tätigkeit aufgenommen und arbeiten mit den Kindern. Einige von ihnen betreuen bis zu 4 Kinder. Damit diese Mentoren auch den Kontakt untereinander halten und einen Erfahrungsaustausch betreiben können, hat die Bürgerstiftung zu einem Treffen im Kuhtelier in Groß-Karben eingeladen. In seiner Begrüßung der etwa 10 Mentoren und der beiden Rektorinnen Matthes-Ahäuser und Schwerak, die seiner Einladung folgten, wies Astheimer auf die Bedeutung des sicheren Lesens auch in der neuen Medienwelt hin. Beim Umgang mit der neuen Technik sei viel über Bilder, Filme und Piktogramme zu erreichen, doch viele komplexe Zusammenhänge könnten nur über Beschreibungen vermittelt werden, die gelesen werden müssten. „Lesen ist auch heute noch wichtig, wenn man sich im Leben zurechtfinden will“, so Astheimer. Beim anschließenden Erfahrungsaustausch berichteten die Mentoren über die ganz unterschiedliche Resonanz bei den Eltern und Schülern. Es überwiegen jedoch die positiven Erfahrungen. Manchmal schlägt sogar eine Leseabstinenz in eine Lesebegeisterung um, was zu einem besonderen Erfolgserlebnis für die Mentoren führt. Einige der Lesehelfer beobachten besonders bei Kindern mit Migrationshintergrund auch eine Verbesserung der allgemeinen Sprachbildung. Bemängelt wurde jedoch, dass es bis jetzt nur weibliche Mentoren gibt. Es wäre wünschenswert, wenn auch auf dieser Ebene ein Bezug zu männlichen Helfern hergestellt werden könnte. Die Mentorinnen, überwiegend Pädagoginnen im Ruhestand, bedauern, dass auch in den Grundschulen männliche Kollegen die Ausnahme sind. Für kleinere Kinder sei der Kontakt zur „Männerwelt“ wichtig und da, wo er stattfindet, stoßen die Betreuer auf großen Respekt und auf große Bewunderung. Unabhängig von männlich oder weiblich sucht die Bürgerstiftung noch Mentoren um auch noch weitere Grundschulen, wie z.B. die in Kloppenheim an diesem Projekt teilhaben zu lassen. Darauf wies Peter Mayer, der Vorsitzende der Bürgerstiftung hin. Interessenten können sich zur Kontaktaufnahme melden bei Ernst Decker Tel. 06039 5253 oder per Email info@stiftung-karben.de an die der Bürgerstiftung

Um dieses Kennenlernen der Mentoren untereinander in eine lockeren Atmosphäre überzuleiten, organisierte Mayer einen gemütlichen Grillabend im Kuhtelier. „Auch durch diesen persönlichen Kontakt fördern wir das ehrenamtliche Engagement für einen guten Zweck in Karben“, erklärt Peter Mayer.

Die Bürgerstiftung Unser Karben hat die Karbener Kindertagesstätten “Glückskinder” in Kloppenheim und „Kinderhaus“ in Klein-Karben für eine Beteiligung an dem Pilotprojekt “Lilo Lausch – Zuhören verbindet” der Stiftung Zuhören vorgeschlagen. Beide KiTas haben einen hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund. Er beträgt im Kinderhaus nahezu 50% und bei den Glückskindern ungefähr 30 %. Das Projekt Lilo Lausch wendet sich vorrangig an KiTas mit hohem Migrationshintergrund und ist deshalb für beide Kindertagesstätten  von hohem Interesse. Nur 30 Kindertagsstätten konnten sich um ein Stipendium für die Beteiligung am Lilo Lausch Projekt bewerben. „Die Bürgerstiftung freut sich deshalb sehr, dass zwei Karbener KiTas in das Programm aufgenommen wurde“, sagt Ernst Decker von der Bürgerstiftung Unser Karben. Das Stipendium trägt die Vodafone- Stiftung Deutschland. Den Eigenanteil beide Karbener  KiTas übernimmt die Bürgerstiftung Unser Karben.

Alles Verstehen beginnt mit dem Zuhören. Es ist die Vorbedingung jeder Verständigung zwischen Menschen. Zuhören verbindet!

„Im bildungspolitischen Diskurs geht es seit geraumer Zeit vermehrt um die Frage, wie sich der Dialog zwischen Elternhaus und Bildungsinstitutionen grundlegend verbessern und verstetigen lässt, damit gleiche und gerechte Bildungschancen entstehen können. Der Zuhör- und Sprachkompetenz kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu“, sagt Simone Groos von der Stiftung Zuhören“.

Um Kinder bereits in einer sehr frühen Phase ihres Lebens bei der Ausbildung dieser grundlegenden Kompetenzen zu unterstützen, hat die Stiftung Zuhören, einer Stiftung der Landesmedienanstalten und der öffentliche rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands, gemeinsam mit der Vodafone-Stiftung Deutschland das Programm “Lilo Lausch – Zuhören verbindet” für Kindertagesstätten entwickelt.

Die positive Wirkung des Programms im Kita-Alltag wurde in der wissenschaftlichen Evaluation der Justus-Liebig-Universität Gießen bestätigt das Projekt führt zu einem großen Wirkungpotential auf drei Ebenen: bei den Kindern, den Erzieherinnen und Erziehern und den Eltern.

Mit dem Lilo Lausch Projekt wird die Konzentrationsfähigkeit und Sprachkompetenz von Kinder gefördert. Zuhören kann man lernen – und dadurch die Sprache verbessern. Mit der Elefantendame Lilo Lausch, einer Handpuppe mit großen Ohren, macht das besonders viel Spaß. Kinder ab 2 Jahren lösen mit Lilo Lausch Geräuschrätsel, spielen mit Klängen und tauschen Worte aus. Auf Deutsch und in vielen anderen Sprachen, weil unterschiedliche Muttersprachen eine Ressource und eine Chance für Kinder sind. Deshalb gehört Mehrsprachigkeit bei Lilo Lausch zum Konzept. Die Elefantendame Lilo Lausch hebt den Schatz der Sprachenvielfalt in Kitas.

Das Projekt unterstützt mit Fortbildungen und Materialpaketen Erzieherinnen und Erzieher bei der Stärkung der Zuhörkompetenz und der sprachlichen Bildung von Kindern in Kitas. Neben Deutsch wird auch die jeweilige Muttersprache der Kinder berücksichtigt. Mit Lilo Lausch lernen Kinder ab 2 Jahren spielerisch einander besser zuzuhören. Ihre Sprechfreude, ihre Konzentrationsfähigkeit sowie ihre Offenheit gegenüber anderen Kulturen wird gestärkt. Und nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern spielen eine wichtige Rolle: Lilo Lausch lädt sie in die Kita ein und freut sich, den Liedern und Geschichten in vielen Sprachen zu lauschen. Denn Zuhören ist ein Schlüssel für Bildungserfolg und Chancengleichheit.

Die Lilo Lausch  Materialbox enthält neben der Lilo Lausch Handpuppe Bücher und Hörspiel CDs in über 50 Sprachen sowie den akustischen Elternbrief in 17 Sprachen.

Die Erzieher und Erzieherinnen der KiTa Glückskinder haben an dem ersten von 3 ganztägigen Fortbildungsseminaren bereits teilgenommen und wenden das Programm im Kita-Alltag bereits mit Erfolg an. Erzieherinnen und Erzieher der KiTa Kinderhaus werden im Herbst dieses Jahres an dem Programm teilnehmen.

Mit der Förderung von Lilo Lausch in Karben hat die Bürgerstiftung Unser Karben zum wiederholten Mal ihr Engagement im Bereich der Jugendbildung und Jugendförderung in Karben unter Beweis gestellt, das derzeit der Schwerpunkt ihrers bürgerschaftlichen Engagements darstellt. Nach der finanziellen Unterstützung des Projekts “Kinder machen Zirkus” der Grundschule am Römerbad, der Förderung des Projekts “Mentor Hessen – Die Lesehelfer”, das bereits an drei Karbener Grundschulen erfolgreich gestartet ist, folgt jetzt die Mitfinanzierung des Lilo Lausch Projekts in Karben. Weitere Projekte in der Jugenbildung sind geplant. Nähere Informationen dazu und zur Unterstützung durch Spenden oder Stiftungsbeiträge für die Projekte der Bürgerstiftung in Karben erhalten Sie gerne von Ernst Decker vom Vorstand der Bürgerstiftung unter ernstdecker@t-online.de oder Telefon 015150657102 sowie auf der Internetseite der Bürgerstiftung www.bürgerstiftung-unser-karben.de. Die Bürgerstiftung Unser Karben würde 2013 mit dem Gütesiegel des Arbeitskreises Bürgerstiftungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen ausgezeichnet.

Informationen: www.lilolausch.de

 

Ernst Decker                                                                                       Simone Groos

stellvertretender  Vorsitzender                          Projektleiterin, Stiftung Zuhören

 

 Gemeinsam mit der Bürgerstiftung Unser Karben sucht der Verein Mentor- Die Lesehelfer Hessen e.V. für Karbener Schulen engagierte Ehrenamtliche, die etwas gegen Lesedefizite junger Menschen unternehmen möchten.

Wer aus einer Familie kommt, in der Bücher und Zeitungen keine Rolle spielen, wer aus einer Familie mit ausländische Wurzeln stammt, in der die deutsche Sprache nicht die Sprache des Alltags ist, oder wer einfach ein wenig zu langsam ist,  hat in der Schule häufig große Mühe, nicht nur im Lesen und Schreiben, sondern auch in anderen Fächern wie dem Rechnen. Ihm fehlt häufig das Verständnis der gestellten Textaufgabe. Hier helfen die Lesehelfer von Mentor.

Die ersten Schulen haben sich bereits bei der Bürgerstiftung gemeldet und ihr Interesse an Mentor bekundet. Dazu gehören die Selzerbachschule in Klein-Karben und die Pestalozzischule in Großkarben. Dank der Initiative der Bürgerstiftung konnten für die Selzerbachschule bereits Mentoren gefunden werden, die zur Zeit 10 Kindern dabei helfen, Lesen zu lernen und die Texte zu verstehen. Auch als Mentorin an der Pestalozzischule hat sich ein erste Interessentin gefunden.

Lesementoren brauchen keine pädagogische Ausbildung. Alle Menschen, die selbst gerne lesen, Freude an Büchern und einen „Draht“ zu Kindern haben, können Lesementor werden. Die Ergebnisse der Pisa-Studie zeigen, dass immer weniger Kinder lesen  und viele nicht richtig lesen können oder die Texte nicht verstehen. Dem wollen die Mentoren und Mentorinnen nicht tatenlos zusehen.

Für die Leseförderung von Mentor gilt das Prinzip, dass sich ein Erwachsener immer nur um ein Kind gleichzeitig kümmert. Dieses System hat sich als effektiv erwiesen. Diese Leseförderung findet ausschließlich im geschützten Raum der Schule statt.  Dabei unterstützt Mentor laufend die Mentoren durch Schulungen, Fortbildung und Meinungsaustausch.

In Karben betätigt sich die Bürgerstiftung Unser Karben als Koordinator für die ehrenamtlichen Lesehelfer und die Schulen, die gerne an dem Mentorenprojekt teilnehmen möchten. Wer als Mentor tätig werden möchte oder Fragen zum Mentorenprojekt hat kann sich an die Bürgerstiftung unter E-Mail info@stiftung-karben.de, Dr. Jörg Astheimer (j.astheimer@yohoo.de) oder Ernst Decker vom Vorstand der Bürgerstiftung (ernstdecker@t-online.de) wenden. Auch der Vereinsvorsitzende von Mentor Hessen steht gerne zur Verfügung unter kowalski@mentor-hessen.de.

Ernst Decker                                                      Georg Kowalski

stellvertretender Vorsitzender                       Landesvorsitzender

Bürgerstiftung Unser Karben                         Mentor – Die Lesehelfer Hessen e.V.

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